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Zettels Traum

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Ohrpilot bringt Arno Schmidts Werk "Zettels Traum" als Musiktheater auf die Bühne.
Zugegeben: an dem Vorhaben, aus Zettels Traum ein Musiktheater zu machen, fasziniert besonders die Unmöglichkeit dieses Unterfangens. Zunächst scheint es ja nicht einmal möglich, das Werk überhaupt zu lesen. Bei eingehender Beschäftigung schälen sich dann doch Ideen und Ansätze heraus. Wir sind zu einem Konzept gekommen, das den Roman ungekürzt als Musiktheaterproduktion umsetzen wird. Das Stück spielt in einem runden Raum (s. ausführliches Konzept) und wird eine Gesamtspieldauer von 88 Stunden haben, aufgeteilt in acht Teilvorstellungen (je zwischen sieben bis 13 Stunden).

Nicht verzetteln

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Wir halten uns an die Einteilung des Romans in acht Bücher. Diese Bücher sind jeweils eine Teilvorstellung. Die Länge dieser Vorstellungen ist beachtlich: sie wird zwischen sieben Stunden (viertes Buch) und 13 Stunden (sechstes Buch) sein. Selbstverständlich sind solche Vorstellungslängen nur an Wochenenden denkbar. Unser Plan ist, die acht Bücher an vier aufeinander folgenden Wochenenden als ganztägige Vorstellungen zu spielen. Die Besucher bekommen jeweils eine Tageskarte und können die Vorstellung zwischendurch verlassen und zurückkommen.
Die Dauer und der Verlauf der einzelnen Vorstellungen sind auf die Minute genau festgelegt, Projektion und die gesprochene Handlungsspalte laufen synchron. (Wir haben die Lesegeschwindigkeit auf 4 Minuten pro Seite festgelegt). Dadurch ist es möglich, zurückkehrenden oder neu hinzu kommenden Besuchern im Foyer eine Orientierung zu geben, an welcher Stelle der Handlung die Vorstellung gerade angekommen ist. Eine Version des gedruckten Typoskripts wird in der Ausstellung im Foyer einsehbar sein, auf dessen Seiten ("Zetteln") die genauen Zeiten markiert sind. So kann der Besucher jederzeit genau planen, welchen der 1330 Zettel er sich live im Raum anhören und ansehen möchte. Am Informationstisch, sowie an aufgestellten Info-Stelen informieren wir das Publikum mit Zusammenfassungen und Hintergrund. Niemand verpasst also Essentielles, wenn er die Vorstellung für einige Stunden verlässt, oder später hinzukommt. Das Handlungsgerüst ist die Oberfläche, hinter der sich die trancehaften Assoziationskosmen Arno Schmidts auftun.

Drei Textspalten

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Für jede der drei Textspalten gibt es eine Audiospur im dreikanaligen "Trisquel"-Audioformat (s.Soundkonzept). Während die Handlungsspalte als Sprecheraufnahme über einen Kanal des Trisquel-Systems abgespielt wird, sind die Kommentarspalten die eigentliche Performance.
Theater ist live, Theater ist Kommentar: Die live gespielten Klänge der beiden Kommentarspalten haben eine genau definierte Dauer. Das Typoskript Schmidts dient als Partitur. Während dadurch der zeitliche Ablauf bereits festgelegt ist, bestimmt das verwendete Audioformat auch den räumlichen Zusammenhalt zwischen den drei Textspalten. Der Klang einer jeden Spalte erklingt aus der Richtung, in der auch der Text sichtbar ist.